Surfpop för Kölle: Juri von Planschemalöör über Musik, Kinderkonzerte und den Weg in den Karneval

Shownotes

In dieser Folge von „Bis der Nubbel brennt" ist Juri Rother von Planschemalöör zu Gast, der kölschen Surfpop-Band mit den blauen Badehosen. Wir sprechen über Schwimmbadkonzerte, Kinderkonzerte und die Entwicklung der Band in der kölschen Musikszene. Juri erzählt von den Anfängen im Karneval, vom Songwriting zwischen Humor und Haltung und von der Geschichte hinter dem Bandnamen. Außerdem geht es um den Song „Heimat“, politische Reaktionen, Hate im Netz und die Frage, wie man als Mann über Gefühle sprechen kann, ohne sich selbst zu ernst zu nehmen. Eine Folge über kölsche Kultur, Selbstironie, neue Ideen für Sitzungen – und darüber, wie Musik Menschen zusammenbringt.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Es gab Ideen, im Schwimmbad eine Sitzung zu machen.

00:00:03: Habt ihr

00:00:03: das nicht auch mal gemacht?

00:00:04: Wir

00:00:04: haben Schwimmbad-Konzerte gespielt.

00:00:06: Also innen, also wir nennen das Indoor-Schwimmbad.

00:00:10: Wo die

00:00:10: Leute auf Badematten gesessen haben oder auf so

00:00:13: Flutting-Boards, wo man sich dann draufsetzen kann.

00:00:16: Was wir bei dem Konzept nicht bedacht haben, ist, dass die Luft unglaublich scheiße in nem Schwimmbad ist.

00:00:21: Und die Länge das Konzert ging, dass ich irgendwann meine Texte vergesst und hab schon gesagt, irgendwas stimmt mit meinem Gehirn nicht.

00:00:27: Wie ist das

00:00:28: nur das Klo?

00:00:28: Es war auch eine weitere konzeptionelle Idee, der Band plant schon mal, die sich gut verkauft hat, aber schwierig in der Umsetzung war.

00:00:47: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge, bis der Nubbelbrenn, der Podcast rund um die Kölner Karneval.

00:00:51: Ich bin Sophie von Rheinlanden und hab die große Freude, tolle Gäste hier bei mir begrüßen zu dürfen.

00:00:55: So auch heute wieder.

00:00:57: Auf los geht's los, Freunde.

00:01:00: Manche Musik erzählt Geschichten, die leicht für sich daherkommen, aber lange nachklingen.

00:01:05: Musik, die nach Sommer im Fedel klingt, nach der ersten großen Liebe, nach den teursten Abenden mit den allerallerbestesten Leuten.

00:01:12: Das kann man dann Surfpop nennen oder einfach richtig gute Musik auf Kölsch.

00:01:17: Unser heutiger Gast schafft nämlich genau sowas.

00:01:19: Mit seiner Musik bringt der Menschen zusammen große und kleine.

00:01:23: Yuri Rota Kopf, Herz, Stimme, vom Planche-Malleur.

00:01:27: Planche-Malleur, die seit dem Start der Band in den Jahrzehnten für viel Furore gesorgt haben in Köln.

00:01:32: Und jetzt noch einen draufsetzen mit dem Planschies-Projekt, das den jüngsten kölsche Musik schenkt und Eltern Musik für Kinder, bei der man nicht aus den Ohren bluten muss.

00:01:43: Heute sprechen wir über seinen Weg bis dahin, über blaue Badehosen im Winter und Musik für Kinder, die ganz laut mit singen.

00:01:50: Und manchmal auch ... von Eltern gesegnet werden wollen.

00:01:53: Herzlich willkommen bei Bist.

00:01:54: der Nubbel brennt.

00:01:55: Schön, dass du da bist.

00:01:56: Juri.

00:01:57: Danke, das war aber ein schöner Pressetext.

00:01:59: Habt ihr den hier geschrieben noch irgendwo?

00:02:01: Also, Liegen, der ich dir mitnehmen kann für unseren Pressetext?

00:02:04: Ja, ich schick dir den.

00:02:05: Ich schick dir das später rüber.

00:02:07: Das

00:02:07: ist wie so eine LinkedIn-Bewerte.

00:02:10: Zehn von zehn gerne wieder.

00:02:11: Das

00:02:11: schreib ich in meinen Insta-Bio.

00:02:14: Ja, apropos Insta-Bio, du bist ja schon ein bisschen länger unterwegs in ganz vielen unterschiedlichen Bereichen.

00:02:20: Du Schauspielers, du singst, du warst mal bei The Voice of Germany.

00:02:26: Ist das der Moment, wo ich aufstehe und gehe, oder?

00:02:27: Die erste Frage, du warst Kastikshow?

00:02:30: Nein.

00:02:32: Jetzt mach dir Kindermusik, du bist im Karneval unterwegs mit Planschmalur.

00:02:36: Nicht Planschmalur.

00:02:37: Ja, oder Planschmalur, wie manche sagen.

00:02:40: Oder Plann, wir wurden einmal anmoderiert.

00:02:42: Das war ein süßer Typ, aber ... Und der war, ich glaub, der hat es noch nicht so oft gemacht und der hatte gesagt, jetzt könnt für mich ... Ja, viel Spaß.

00:02:52: Und er dachte so, okay, wir brauchen einen anderen Namen.

00:02:56: Aber wie seid ihr auf den Namen gekommen?

00:02:57: Ist eine blöde Frage, hast du wahrscheinlich schon ganz oft gehört, aber warum planst du das?

00:03:00: Hab

00:03:00: ich noch nie gehört.

00:03:01: Man freut sich total gerne.

00:03:05: Der Name war zuerst.

00:03:07: Wir waren ... Ich habe da vorher eine Band, die den egoistischen Namen Yuri getragen hat, weil diese aus einem Solo-Projekt von mir selber entstanden ist.

00:03:15: Und mit der waren wir das erste Mal auf Australiantour und haben da fünf, sechs Konzerte gespielt und Straßmusik auch gemacht und viel in einem Van gepennt und so.

00:03:24: Und wer schon mal in Australien an der Küste war, der weiß, dass viel Wasser und wenig Toiletten.

00:03:28: Dementsprechend wurden die Pausen immer mit Pinkelpausen vermischt und alle sind immer mal so nacheinander ins Meer verschwunden, immer mit so fünf Meter Abstand, alle pinkeln ins Meer.

00:03:37: Und als an diese Kölsch Idee kam, brauchten wir natürlich einen Namen, wir haben überlegt, okay, was verbindet uns, was klingt irgendwie danach, dass der Kölner sagt, ja, das ist ein Wort von uns, ne?

00:03:48: Und dann war dieses Wort Malheur schon mal da, wo wir dachten, ja, okay, irgendwie, wir zelebrieren auch gern das Versagen, wir finden Versagen schon noch sehr witzig.

00:03:55: Und dann kam diese Pinkelgeschichte ins Meer.

00:03:58: Und so ist der Name entstanden.

00:04:00: Und wir sind am Anfang aufgetreten mit langen Hosen.

00:04:03: Wir hatten lange Sporthosen an, wo viele Kölnerinnen schon gesagt, es geht doch nicht mit Jogginghose auf der Bühne.

00:04:10: Da waren wir quasi schon ein bisschen gegen den Strom.

00:04:13: Und dann kam der Sommer und wir dachten, hey, wir machen's wie Beyoncé, wir wechseln unsere Outfits während der Show.

00:04:17: Es wird bestimmt total cool.

00:04:19: Wurz nicht.

00:04:20: Denn da haben wir dann für zwei, drei Songs am Ende kurze Hosen angezogen.

00:04:24: Das Publikum hat eigentlich gar nicht drauf reagiert, aber im Nachhinein kamen da Leute zu uns und meinten, ey, ähm, ihr seid doch die mit den kurzen Hosen, ne?

00:04:32: Und da haben wir gemerkt, okay, krass, das bleibt bei den Leuten anscheinend doch in der Birne.

00:04:36: Uns befreit das, weil es so eine Form von Kostüm ist, ne?

00:04:39: Also wir sind alle privat gar nicht so outgoing wie auf der Bühne.

00:04:44: So gerade, ich glaube, ich bin ja dann doch ein Ticken introvertierter, als man denkt.

00:04:48: Und mir hilft so ein Kostüm, mich schon mal ein bisschen selber nicht so ernst zu nehmen.

00:04:53: Arbeitskleidung, genau.

00:04:54: Und deswegen tragen wir jetzt diese blauen Hosen, außer auf Weihnachtsmerkten, weil ich gar nicht wusste, dass Männer auch nur Blasen in Zündung kriegen können.

00:05:00: Hatte ich vor vier Jahren und seitdem trage ich lang.

00:05:03: Aber gibt es da keine Thermo-Variante, so Funke-Mariechen-Unterwäsche?

00:05:08: Doch, habe ich auch schon probiert.

00:05:10: Ist nicht meins.

00:05:11: Nee, weil so Pampers-Gefühl dann.

00:05:13: Ja, irgendwie ist es viel zu verkehrt an.

00:05:14: Ja,

00:05:14: ich weiß, was du meinst.

00:05:15: Also, ich finde, ein Kostüm im Karneval muss halt irgendwie immer diese Temperaturdingen aushalten.

00:05:21: muss aber auch gleichzeitig für diese Sauna-Umgebung funktionieren, in die man dann drinnen kommt.

00:05:27: Ja,

00:05:28: und es hat auch ein bisschen Tradition, zum Beispiel die Black Fils, die sind doch in der Zeit lang auch quasi so ein bisschen kostümiert, also einmal mit hier Black Fils und die Hühner hatten ja auch mal in der Zeit lang so wirklich so ein Hühnerkostüm an, ich glaube bei zwei, drei Songs sind

00:05:40: so.

00:05:41: Ganz am

00:05:41: Anfang, ja.

00:05:42: Und jetzt sind nur noch, ich glaube, die Frankie Marys und wir und Brings

00:05:45: ... Brings ja mehr in diesen Schotten.

00:05:47: ... kostümiert

00:05:48: auf der Bühne.

00:05:49: Ich hoffe, ich ... Die rote Turnschuhe.

00:05:52: Ansonsten machen wir hier einen Cut und fügen die anderen Bands, die ich vergessen habe.

00:05:58: Bei Kassalle hätte ich jetzt noch die roten Turnschuhe gehabt, die

00:06:00: sich

00:06:01: übrig geblieben sind von dem Backstreet Boys Outfit von zwölf.

00:06:04: Und Bas, die hatte ja mein Zeitlang auch immer so ein rotes Hemd und Hut an.

00:06:07: Das war ja auch Trademark, was er ja leider nicht mehr trägt.

00:06:11: Der hätte jetzt Modeboost sein gefunden.

00:06:13: Vielleicht zum Jubiläum.

00:06:15: Nochmal, meinst du?

00:06:16: Ja, wir könnten das.

00:06:17: Wir schlagen das mal vor.

00:06:18: Ja, ich habe da wieder so Medium begeistert sein, auch das können wir machen.

00:06:24: Also, du hast es aber gerade schon angesprochen, eigentlich so ein guter Punkt dieser Wiedererkennungswert im Karneval.

00:06:30: Also, der geht natürlich einmal über die Musik.

00:06:32: Ich finde schon, dass man das bei euch auch hört, dass ihr Planschamalör seid.

00:06:35: Auch bevor du anfängst zu singen, hört man, dass es euer Stil ist und man kann euch auseinanderhalten von dem Ganzen anderen, was da so im Regal steht.

00:06:43: Wie wichtig, glaubst du, ist trotzdem auch so ein visueller Wiedererkennungswert auf der Bühne.

00:06:47: Ich glaub, da gibt's Tausend Wege, die nach Köln führen.

00:06:50: Also da, ich glaub, da gibt's keine Regel, so.

00:06:54: Das ist auch Typ-Sache.

00:06:55: Ich glaub, manche Leute wollen auch einfach ein bisschen so normaler auf die Bühne gehen, da ihre Mucke machen.

00:07:00: Wir haben da als Spaß dran gefunden, auch ein bisschen komisch zu sein.

00:07:05: War das als Kind ein Wunsch, wo du gedacht hättest, ich geh mal in den Karneval?

00:07:10: Gab's mal diesen Moment?

00:07:11: Wir haben ja viele Leute, die hier sitzen und sagen ... Das war eigentlich ein Kindheitstraum und irgendwann habe ich mit den erfüllt dann später als erwachsene Person.

00:07:19: Kindheitstraum glaube ich nicht, aber ich bin schon mit Kölscher Musik einfach groß geworden.

00:07:23: Meine Eltern hatten am Arschhof so aus den Achtzigern, Neunzigern miterlebt und solche Sachen.

00:07:30: Gerd Körster lief bei uns hoch und runter.

00:07:32: Es gab so ein Album, genau.

00:07:35: Das heißt, ich wurde schon früh kindlich musikalisch verzogen mit Kölscher Musik.

00:07:41: Das heißt, ich hatte das schon immer in mir.

00:07:43: Aber dann, gerade als sie Pubertät gehittet hat, wie schon nah an einer Behinderung, könnte man sagen, da war Kölsch Musik dann nicht mehr so cool, ehrlich gesagt.

00:07:52: Und das kam dann erst mit der Zeit wieder und ist dann auch eher aus einer Schnapsidee entstanden und so.

00:07:58: Bin ich dann wieder in den Karnwald zurückgerutscht.

00:08:01: Was war denn diese Schnapsidee?

00:08:02: für die Leute, die die Story noch nicht gehört haben?

00:08:05: Also jetzt geht's wirklich, jetzt wird's ein bisschen Kölsch nerdy.

00:08:07: Es gab mal eine Band, die ist Lachs.

00:08:09: Die war jetzt nicht übergroß, aber so in der Kölschenszene, glaub ich, hat neunmal von denen gehört.

00:08:14: Das war eine Familie, in der die Bestand aus Dennis Müller, mit seinem Papa und seinem Onkel, oder Cousin, ich bin mir nicht ganz sicher.

00:08:23: Und zwei Freunden.

00:08:25: Und der Dan ist ein guter Kumpel von uns.

00:08:26: Und den hab ich vor neun Jahren oder so getroffen in der Session.

00:08:30: Ich hatte damals mit Karneval noch gar nichts am Hut.

00:08:33: Und wir waren bei einem Teil in der Essen und der sah Dan so übel scheiße aus.

00:08:37: Der sah aber ganz furchtbar aus.

00:08:38: Und ich dachte, grüße

00:08:39: gehen

00:08:40: raus an dich, mein Lieber.

00:08:41: Und ich dachte, was ist denn bei dem los?

00:08:43: Da hittet irgendeine Depression oder irgendwas.

00:08:46: Ich muss dringend mit dem Reden, den mein Arm nehmen.

00:08:48: Und er meinte, nee, ne, mir geht's gut.

00:08:50: Ich bin nur gerade in der Session.

00:08:52: Wir spielen die ganze Zeit Konzerte.

00:08:54: Und er meinte dann zu mir so ganz labi da, hey, Joris wär so witzig und interessant, wenn du mal auf Cursing würdest, den Kölnern würden die Augen ausfallen, ne?

00:09:05: Und dann, das klang so ein bisschen nach in meinem Kopf.

00:09:08: Und wir hatten damals so eine Indie-Band, die so mediumerfolgreich war.

00:09:12: Wir konnten davon leben, aber nicht gut einfach.

00:09:15: Und haben in Köln so fünfhundert oder bis achthundert Klubs gespielt, also gut.

00:09:19: Aber sobald wir in Berlin waren, haben wir dann vor zehn Leuten gespielt.

00:09:24: So wie jetzt ungefähr auch.

00:09:25: Und diese Idee blieb also in meinem Kopf.

00:09:28: Und dann bin ich nach Hause gegangen, hab ein Pierre, der bei uns Gitarre spielt an, guckt, ey, komm, lass mal, einfach mal aus, Spaß.

00:09:33: Kölsch ins Song schreiben.

00:09:34: Ich kann ja so ein bisschen Kölsch.

00:09:35: Ich hab das im Ohr von früher.

00:09:37: Mein Oma redet richtig oder hat richtig tiefes Kölsch gesprochen.

00:09:40: Das heißt, ich hab da schon ein Sprachgefühl für gehabt.

00:09:44: Dann haben wir Heimat geschrieben und Malevenor im Ohr.

00:09:51: Und das hab ich dann dem Kevin Witwa von Cat Baloo, der Bassist von Cat Baloo geschickt.

00:09:56: Oh mein, ey, Kevin, hör dieses mal an.

00:09:58: Hat das irgendwas mit Kölsch zu tun oder ist das einfach eine verdammt beschissen Idee?

00:10:02: Und der meinte, es ist super.

00:10:04: Und dann rief mich der Olli an von Cat Baloo und meinte, hey, wollt ihr nicht mit auf Tour kommen?

00:10:09: Und ich meinte, du Olli super gerne, aber es gibt zwei Songs und es gibt keine Band.

00:10:13: Ich hab noch nie live auf Kölsch gesungen.

00:10:14: Ich glaub, das wird nichts.

00:10:15: Und dann meinte er, ihr habt ja aber jetzt noch drei Monate Zeit.

00:10:18: Dann legt mal los.

00:10:20: Rananinspeck.

00:10:22: Dann haben wir jetzt Rananinspeck gemacht und waren dann drei Monate später mit Cat Baloo auf Tour, auf deutschen Tour.

00:10:28: In der gleichen Besetzung wie vorher?

00:10:29: In der gleichen

00:10:30: Besetzung wie Band Yuri, also diese Indie-Band, haben dann noch mal sechs Monate später bei Peff mit Records unterschrieben, haben Booking-Agentur mit Anja Baurett angenommen, das Angebot.

00:10:44: Und dann war quasi eingetütet, dann gab es keinen zurück mehr.

00:10:48: Dann kam ich auch nicht mehr raus und das war ein großes Glück.

00:10:52: Was meinste ... Woran das liegt, dass das von Anfang an so gut funktioniert.

00:10:58: Das ist ja nicht bei jeder Band so, ne?

00:11:00: Ich beobachte das ja aus einem bisschen anderen Perspektive, als du auch zum einen natürlich aus einer Konsumentenperspektive, ne?

00:11:08: Ich höre sehr viel Musik.

00:11:09: Ich gehe auf Veranstaltungen, aber eben auch aus einer planerischen, wenn ich selber eine Veranstaltung wuppe.

00:11:15: Es gibt Bands, die sich jahrelang abarbeiten und wirklich fleißig sind, viel, viel rein investieren an Zeit, an Mühe.

00:11:25: an Gedanken auch und auch alle talentiert sind, gute Musiker sind teilweise.

00:11:30: Aber wo es irgendwie nicht flippt und ihr wart halt da und ihr wurdest sehr schnell gesehen.

00:11:37: Gibt es da irgendwas?

00:11:38: Habt ihr eine Resonanz dazu bekommen, warum das so

00:11:41: ist?

00:11:41: Also jetzt rückblickend bin ich mir ziemlich sicher zu wissen, woran das liegt.

00:11:45: Also damals hatte ich keinen Schimmer, aber jetzt... Wo ich diese Culture-Szene auch ein bisschen mehr verstehe und das ja auch schon was länger mache, meine ich, das verstehen zu können.

00:11:52: Das war eine Mischung aus Naivität.

00:11:54: Also wir hatten keine Ahnung, was wir tun in diesem Kölschbereich.

00:11:58: Und auf der anderen Seite aber schon ganz schön viel Erfahrung in der Musikindustrie und in der Musik und im Songwriting und solche Sachen.

00:12:04: Das heißt, die Leute, die uns da kennengelernt haben, haben uns als neu wahrgenommen.

00:12:08: Wir haben aber schon jahrelang, genau wie Casala mit Pylomat, Auch schon zusammen gespielt.

00:12:12: das heißt wir haben wir waren nicht neu wir standen wir waren schon alle Berufsmusiker wir standen schon alle viel auf Bühnen.

00:12:17: das heißt wir haben ein gewisserweise viel Erfahrung reingebracht.

00:12:21: Und auf der anderen Seite naivität weil wir keine Ahnung hatten wie funktioniert eine Sitzung was braucht am Publikum und das hat die Leute glaube ich positiv überrascht.

00:12:30: also wir haben da was gemacht was es so dann vielleicht da noch nicht gab.

00:12:33: also es gab ja diese.

00:12:34: Riegen von Bands, die reinkamen.

00:12:37: Also, da kam Brinks mit ihrem Rock-Sound, Black Fist so ganz früher.

00:12:42: Dann kam Kassala hinterher auch so ein bisschen rockiger.

00:12:45: Dann kommt Cat Pallou mit so'n poppigeren Sound an.

00:12:48: Meille, Parvaya haben diesen Focus-Sound.

00:12:52: Und dann kam irgendwann wir mit nochmal irgendwie was neuen.

00:12:55: Und ich glaube, es hat nochmal so'n Sprung reingebracht, weswegen wir relativ schnell gesehen wurden.

00:12:59: Und wir haben Sachen gemacht, die für uns ganz normal waren.

00:13:03: die aber in der kölschischen Musik noch nicht vorhanden waren.

00:13:05: Das heißt, das Social Media Game war für mich ganz normal, dass man das macht.

00:13:09: Dass man ein Konzept hat, was für Farben ziehen wir an.

00:13:13: Wie soll unsere Homepage aussehen?

00:13:14: Ah, das soll stylisch sein.

00:13:15: Und wo spielen wir?

00:13:16: Wie sollen unsere Konzerte sein?

00:13:18: Das waren alles Dinge, die wurden in diesem Kölsch-Business noch nicht so extrem gemacht.

00:13:23: Wenn man das jetzt sieht, es gibt viele Bands, die gut Social Media machen.

00:13:26: Druckluft macht das super.

00:13:28: Cat Baloo inzwischen macht auch ultra viel.

00:13:30: Aber als wir anfangen, war das noch nicht so.

00:13:32: Das heißt, wir haben eine Plattform da auch genutzt, die noch nicht so ausgereizt war auf der kölschen Musik-Ebene.

00:13:38: Und das hat uns, glaube ich, dann viel Aufmerksamkeit gegeben.

00:13:41: Plus meine Geschichte, dass ich eine dunkle Hautfarbe habe und dann Heimat singe.

00:13:47: Das war natürlich noch ein politischer Effekt, der dazu kam, der provoziert hat.

00:13:52: Das heißt, es gab, du sagst jetzt, wir haben viel Aufmerksamkeit bekommen, das stimmt, aber nicht nur positiv.

00:13:57: Also wir haben auch einfach viel angeeckt.

00:13:59: Und das gehört dann, glaube ich, mit dazu, dass manche sagen, das ist geil und manche sagen, das ist ja ganz furchtbar.

00:14:04: Das hat mit Kölscher Musik gar nichts zu tun.

00:14:06: Die sollen sich wieder verpissen.

00:14:08: Und ich glaube, dadurch hat mir dann viel Aufmerksamkeit.

00:14:13: Das ist viel geredet, ne?

00:14:14: Ja.

00:14:15: Das ist ja auch ein Talkformat.

00:14:17: Also darum geht es ja, wenn du jetzt hier sitzt und straßt vor dich hin, dann wird da schwierig für die Leute.

00:14:22: Dann müssen wir Wahlgesänger einspielen.

00:14:24: Ja, auch geil.

00:14:25: Rein rauschen.

00:14:30: Ich finde das halt interessant.

00:14:31: Auch das Thema Anecken, was du angesprochen hast, ihr seid ja eben nicht planvoll reingegangen.

00:14:37: Es ist nicht dieses, ich sag mal, am Reisbrett.

00:14:40: und jetzt haben wir hier eine folgende Konstellation von

00:14:42: Menschen.

00:14:42: Ja, teils, teils.

00:14:44: Man muss sagen, das, was man uns so ein bisschen, glaube ich, vorgeworfen hat, das ist so durchstrukturiert und jetzt haben die ihre Outfits und die machen so und so.

00:14:52: Das ist durchstrukturiert, aber das ist Teil der Industrie.

00:14:56: Das heißt ja nicht, dass wir sagen, okay, Költe Musik funktioniert so und so, die Leute mögen das und das.

00:15:01: Und so schreiben wir jetzt.

00:15:02: Das haben wir ja nicht gemacht.

00:15:03: Wir haben einfach nur, dass die Außendarstellung sehr genau uns überlegt, wie wollen wir wahrgenommen werden, wer sind wir, was davon kriegen wir auf die Bühne.

00:15:11: Und das, was man uns vorgeworfen hat, daran orientieren sich jetzt plötzlich andere Bands.

00:15:15: Also deswegen fühle ich mich da eigentlich eher geschmeichelt durch diese Vorwürfe, dass wir uns da viel überlegt haben.

00:15:21: Aber gleichzeitig kam eben diese Naivität dazu, dass wir von der Kölschen Szene keinen Schimmarten.

00:15:28: Also ich bin so auf von Bühnen runter gelaufen bei Sitzungen und habe vergessen, dass man ja so einen Orden kriegt zum Beispiel und musste wieder hochgeholt werden.

00:15:35: Ich wusste nicht, wer entscheidet, wer spielt wo.

00:15:37: Also ich habe von Literaten noch nie gehört in meinem Leben davor.

00:15:40: Das musste ich erst mal lernen, wie funktioniert diese Maschinerie hinter Karneval.

00:15:44: Deswegen, das war da die Mischung, glaube ich.

00:15:47: Also ich finde, ihr habt halt sowas Popstar-artiges, ohne dass jetzt negativ zu meinen.

00:15:52: Nicht,

00:15:53: gar nicht, ich dachte so hervorgeil.

00:15:55: Weil ich, was mir halt immer gut gefällt im Karneval ist, wenn es wirklich Unterschiede gibt.

00:16:01: Also wenn jemand mit einer neuen Idee kommt.

00:16:04: Und das war halt das, was ich damals wahrgenommen habe bei euch, vor allem einfach eine neue Nuance.

00:16:09: Also du hast ja im Haar gerade angesprochen, bei Cat Baloo habe ich zum Beispiel immer das Gefühl, es ist so Musik, die ist zum Hüpfen.

00:16:15: Ich kann das, es hat sowas und ich finde, das sind auch oft die Lieder, die irgendwie dann am stärksten auch durchschlagen, eben vielleicht auch, weil es dann diese eine Nonstice ist, die es irgendwie so schön macht.

00:16:25: Aber euch hat es so eine Leichtigkeit auch, die aber ganz anders ist als das, was Cat Baloo tun.

00:16:30: Ich finde auch die Art und Weise, wie du singst, die eben ... Nicht so ist, wie das, was man im Karneval auch oft kennt, so dieses lauter, rörige, so was dann.

00:16:42: Das ist ganz, ganz, ganz leise auch manchmal.

00:16:46: Trotzdem ist eure Musik ja so konzipiert, dass die Leute trotzdem ausflippen dann in so einem Raum.

00:16:51: Und das finde ich schon spannend.

00:16:53: Das hat irgendwie einen coolen, coolen, noch mal neuen Aspekt rein.

00:16:57: Ja, das ist echt was, was man dem Kölsch sein, glaube ich, zu gut halten kann, dass ... Das weniger eingefahren ist, als man denkt.

00:17:06: Also klar, das ist eine traditionelle Nummer und traditionswichtig und auch Musiktraditionen gibt es dort.

00:17:11: Aber es gibt keine klare Regel, was ein Hit ist.

00:17:15: zum Beispiel.

00:17:17: Es gibt Hits von den Black Fist, die sind so ruhig, da denkst du, da musst du eigentlich zuhören, um da überhaupt was zu fühlen.

00:17:23: Es gibt keiner statt mit K, der für mich so typisch presslos ist.

00:17:27: Presslufthammer, wir ballern euch erst ein Hit in den Kopf.

00:17:29: Aber funktioniert auch mit harten Gitarren und so weiter.

00:17:32: Es gibt übelst poppige Sachen, die echt einen modernen Touch haben von Cat Baloo, die Hits sind.

00:17:38: Deswegen gibt es viel mehr Möglichkeiten sich auszudrücken.

00:17:41: Also da appelliere ich auch echt an alle Leute, die vielleicht darüber nachdenken, eine Coltsband zu machen, orientiert euch nicht an dem, was es gibt.

00:17:49: Weil das gibt es schon und das gibt es oft auch schon in gut.

00:17:52: Und dann, wenn man das probiert... oder sich inspirieren lässt, wie auch immer man das nennen möchte, hat man nur das Problem, dass man sich mit denen vergleichen muss, die das schon seit zwanzig Jahren machen.

00:18:02: Und da kommst du nicht gut bei weg, also macht das, was ihr fühlt einfach.

00:18:09: Also ich finde halt immer am interessantesten den Textanteil.

00:18:13: Also ich liebe auch das, was dann die musikalische Komponente des Liedes mit der Emotion macht, so bei mir und auch im Raum.

00:18:22: Aber ich bin Text... Fan.

00:18:24: also ich bin mit dem Blackfish groß geworden natürlich mit so Bands wie LSE wird immer schnell vergessen war eine der beknacktesten coolsten Sachen die jemals passiert sind.

00:18:33: Ja

00:18:34: oder der Ralf Song.

00:18:39: Die ich als Kind halt inhaliert habe und die ich bis heute natürlich auswendig irgendwie wiedergeben kann wenn man mich morgens um vier weg nicht war die französische Revolution war.

00:18:49: Und ich finde das zum Beispiel halt auch bei euch.

00:18:51: Ein super Punkt, weil ihr halt so ein Humor mit drin habt, der sich auch über euch selber lustig macht.

00:18:57: Auch finde ich wichtig, also gerade im Karneval, ihr auch mit diesem Thema Männlichkeitsvorstellungen irgendwie spielt auf eine Art und Weise, die halt nicht mit dem Zeigefinger daherkommt, sondern dann habt ihr auch so Lieder wie echte Männer danzen mit.

00:19:12: Das war uns relativ früh nahe legen, weil die Männer-Thema in Köln schon, ja, das nimmt einfach viel Platz ein.

00:19:18: Und wir wollten da irgendwas zu machen.

00:19:20: Und wir sind ja jetzt auch nicht die Jungen.

00:19:24: Wir werden vielleicht im Kanal wagen, weil da alle alt sind.

00:19:27: Aber wir sind alle deutlich über dreißig.

00:19:30: Teile von uns haben Kinder etc.

00:19:32: Das heißt, wir sind nicht besonders jung.

00:19:34: Und wir sind Männer, die aufgewachsen sind, noch mit wer ist der Coolste und wer hat am meisten Sex und wer ist der Stärkste?

00:19:41: sind dann älter geworden und mussten dann plötzlich sind, wie die Männer, die jetzt lernen müssen.

00:19:45: Wie redet man über seine Gefühle?

00:19:47: Wie nimmt man seine Freunde in Arm?

00:19:50: Also diese weiche Komponente kommt dazu.

00:19:52: Das heißt, wir sind Männer, die in diesem Spagat aufgewachsen sind, zwischen sozialisiert, gegenseitig wäre es der coolste.

00:19:57: Und jetzt, okay, es gibt aber auch den vermeintlich modernen Mann, wir sitzen irgendwo dazwischen.

00:20:02: Und das findet sich dann natürlich irgendwie auch in der Musik wieder.

00:20:05: Ja.

00:20:06: Und ich finde, ihr macht das halt gut.

00:20:08: Also auch in euren Anmoderationen zum Beispiel zu Titeln, das macht ihr auch in dem Kinderbereich, über den wir bestimmt auch gar nicht nochmal sprechen werden, dass ihr halt einfach über diesen Witz, glaube ich, schon viele Leute dazu bringt, auch über sich selber mal ganz kurz zu lachen.

00:20:22: Und ich finde das tut halt unglaublich gut, weil der Karneval ist eine Ernst zur Angelegenheit.

00:20:26: Ja, teilweise auf jeden Fall.

00:20:27: Für manche.

00:20:28: Ja, weil das für manche auch einfach sehr wichtig ist.

00:20:32: Hab da auch keine so ganz klare Meinung zu, für die einen Leute ist das einfach sehr wichtig und dann wird es ein bisschen ernst.

00:20:39: Ich kann das gut verstehen.

00:20:40: Auf der anderen Seite würde ich mir da auch manchmal mehr ein Eigenironie wünschen und sagen, hey, komm, es ist doch... Also es geht doch darum, sich auch ein bisschen übereinander und mit sich selbst und über sich selbst lustig zu machen.

00:20:52: Ja, schon.

00:20:54: Am Anfang als... Ich hab euch, glaube ich, zum ersten Mal auch gesehen bei der KG Ponyhof live.

00:21:02: bei einer Party, die auch meiner allerliebste ist, weil sie in dem Jugendzentrum stattfindet, in dem ich großgewonnen mit einem Bauspielplatz in Köln.

00:21:09: Da habt ihr gespielt, auf der Rauschundritt.

00:21:12: Und ich hab euch da halt wirklich gesehen, ihr hattet so was von Kinder an Weihnachten, so große Augen und oh mein Gott, was passiert hier gerade?

00:21:20: Und irgendwie so dieses, zum einen seid ihr ja der Motor in dem Moment auch von der Situation.

00:21:26: Und ich finde, das ist aber was, was man euch manchmal immer noch ansieht, auch auf der anderen Seite.

00:21:30: Habt ihr diese Freude darüber, was dann zu euch zurückkommt und manchmal auch eine gewisse Fassungslosigkeit?

00:21:36: Ja, das kommt, also inzwischen sind wir das ja zum Glück so ein Ticken gewohnt, dass Leute das denen das gefällt, was wir machen.

00:21:44: Aber es bleibt manchmal natürlich überraschen und das kommt glaube ich einfach daher, dass man als Musiker schon auch Leid oder MusikerInnen auch Leid gewohnt ist, dass wir vorher einfach auch lange Zeit teilweise erfolglos Musik gemacht haben.

00:21:58: Man musste überall dran ziehen.

00:21:59: Man musste tausend Leute anrufen, können wir da spielen, können wir da spielen?

00:22:04: Ja, nee, kein Geld, nee, nee, aber essen wir cool.

00:22:07: Also, das haben wir über Jahre gemacht.

00:22:10: Und dann plötzlich quasi diesen Punkt zu finden, wo wir nichts machen müssen.

00:22:15: Also, nicht nichts, aber wir müssen eigentlich nur auf die Bühne gehen, die Leute rasten schon aus.

00:22:19: Das war für uns halt komplett neu.

00:22:21: Und das trägt sich bis heute diese gewisse Demut.

00:22:25: davor, die wir auch nicht verlieren wollen, dass das nicht selbstverständlich ist, dass wir auf Bühnen kommen und die Leute sich schon freuen, bevor wir anfangen zu spielen, nur weil wir da sind.

00:22:35: Und das nehmen wir weiterhin und das hoffe ich, dass das auch die nächsten Jahre so bleibt, als großes Glück einfach war.

00:22:43: Gab es trotzdem am Anfang einen Moment, wo du überlegt hast, ob du es ... dir wirklich antun willst.

00:22:47: Also du hast grad gesagt, es gab auch eine Negativresonanz von irgendwelchen Hannelores und Manfreds, die gesagt haben, was will der denn?

00:22:54: Ja.

00:22:55: Und nicht nur auf dieser Stammtischniveau, sondern auch auf eine teilweise sehr aggressive Art geäußert.

00:23:01: Hast du dir das mal überlegt, ob das ...

00:23:04: Boah, die Überlegung gibt's immer mal wieder, dass man fragt, was kann man verändern?

00:23:09: Oder wie mach ich mich davon auch weniger touchable, ne?

00:23:14: Also das ... Man kommt ja nicht ganz drum herum, auch wenn man die Person nicht kennt, dass man etwas liest, was negativ überein ist, dass das irgendwie einberührt und wenn es nur kurz ist, nerv mich nicht, aber es kann einen auch tiefer treffen.

00:23:27: und das ist schon was, was ich lernen musste in der Öffentlichkeit zu stehen und dann auch um gewisses Projektionsfeld für Menschen zu sein, die keine Ahnung haben, wer ich bin und die sicherlich, wenn man eins zu eins jetzt so reden würde, dass sie so nicht zu mir sagen würden oder vielleicht die Hintergründe verstehen würde, warum ich etwas mache und ich würde auch verstehen, warum die Person vielleicht sowas geschrieben hat.

00:23:51: Da kommen wir halt einfach zu hasse im Internet.

00:23:52: Das ist einfach ein komplexes Thema runtergebrochen, glaube ich, aber darauf, dass Leute sich da einfach vergessen, dass da jemand ist, der das vielleicht liest und dass das vielleicht meine Familie ist, die das liest.

00:24:05: Also überleg mal, wie sich das anfühlt, wenn dein Familie Dinge über dich liest, da ein Arschloch, der soll sich umbringen gehen oder so, und deine Mutter liest das.

00:24:14: So, das sollte, bevor Leute so was tippen, denkt da mal drüber nach.

00:24:18: Das ist kein rechtsfreier Raum und auch kein emotionsloser Raum in diesem Internet, in dem wir uns da bewegen.

00:24:24: Das ist ein großer Teil der Realität.

00:24:26: Und ich pack mir da selber an die Nase.

00:24:29: Das gilt genauso für mich.

00:24:31: Und da muss man mit der Zeit lernen, mit umzugehen.

00:24:33: Verschiedene... Taktiken.

00:24:35: Manche lesen sich gar nichts mehr durch.

00:24:37: Manche lesen sich gewählt Dinge durch.

00:24:41: Ich lese mir einfach nur noch schöne Dinge durch.

00:24:43: Also, ich merke, sobald ich was lese, was einen negativen Aspekt hat und das nicht so ein feedbackkonstruktives Feedback ist, denke ich, ja, lese ich mir jetzt gar nicht erst durch.

00:24:50: Ja, verstehe ich total.

00:24:52: Also, ich persönlich bin zum Beispiel auch nicht mehr bei Facebook, weil das für mich immer wahrgenommen der Kanal mit den schlimmsten Nachrichten war, die bei mir angekommen sind.

00:24:59: Ja, das ist auf jeden Fall so, ja.

00:25:01: Ich bin ja null auf diesem Öffentlichkeitslevel wie du.

00:25:06: Und ich bekomme trotzdem Nachrichten, die so dermaßen unter der Gürtellinie und angreifend sind, dass ich mich halt immer frage, wie das dann zum Beispiel ist für dich, also was du da aushalten musst.

00:25:17: Und für mich ist eben auch ganz klar, da eine Entscheidung zu sagen, in manchen Orten digitaler Art bewege ich mich gar nicht mehr.

00:25:24: Und an anderen eben nur noch so, dass es für mich halt auch vertretbar ist, weil ich glaube das auch.

00:25:29: Ich glaube.

00:25:30: Wenn man in der U-Bahn miteinander redet oder in der Kneipe oder jetzt, so wie wir, es ist immer eine andere Situation und selbst wenn man nicht einer Meinung ist.

00:25:39: kommt man, glaube ich, eher auf den Punkt zu sagen, okay, aber ich hab einen Respekt für die Person als Mensch, oder ne?

00:25:46: Weil sie ist da.

00:25:47: Ja, das ist, ich glaube, das ist leider auch ein Ticken-Generation-Thema, weil die Leute, die jetzt mit Internet aufwachsen, für die ist das selbstverständlich und nicht, dass da nicht auch Arschlöcher sind und da Beleidigungen fallen und was das ist, selbstverständlich.

00:26:02: Facebook war eine Zeit lang und ich bin da nicht mehr aktiv stringen, weil es nicht ganz genau, aber einfach, da waren Ja, die nennt man jetzt Boomer.

00:26:10: Ich finde das ein dober Ausdruck, weil es gibt in jedem Alter Leute, die ich toll finde, Leute, die scheiße finde.

00:26:16: Aber da hat sich einfach eine Gesprächskultur entwickelt, die teilweise sehr, sehr unangenehm ist.

00:26:22: Und das habe ich auf Instagram ticken weniger erlebt und bin dann echt überrascht, dass viele... Leute die älter sind als ich sagen ja früher hat man noch ordentlich miteinander geredet und dann gucke ich auf facebook nicht so nein.

00:26:36: Und die Leute die so viele Sachen schreiben das sind nicht die jungen Leute.

00:26:40: Also wenn ich das wirklich mir angucke die Leute die mir wirklich unverschämte Sachen geschickt haben.

00:26:46: haben von oben herab Altersmesschen begreht, der junge Typ mir jetzt erzählen, wo ich dachte, ich will dir gar nichts erzählen.

00:26:53: Ich sag doch nur, was ich denke.

00:26:55: Deswegen muss man mit sich selbst vorsichtig umgehen.

00:27:01: Also, ich finde das gut.

00:27:02: Ich finde es auch gut, wie ihr damit öffentlich umgeht, auch im Hinblick auf Vorbildfunktionen.

00:27:08: Also auch, das ist ja auch mal so ein schwieriges Thema.

00:27:11: In Köln, Künstler gehören ja gefühlt immer so ein bisschen dem Publikum.

00:27:16: Das ist auch schwer, manchmal, glaube ich.

00:27:18: So diese Vereinnamung, so was wie unser Lukas und der Jungen und so.

00:27:24: Die Leute bauen eine emotionale Beziehung zu dir, auch wenn sie dich überhaupt nicht kennen.

00:27:28: Ja, was eigentlich?

00:27:29: auch was Schönes.

00:27:29: Genau.

00:27:30: Also vom Grundsatz eigentlich was Schönes ist, finde ich.

00:27:33: Also ich empfinde das als was Schönes.

00:27:35: Es kann sehr liebevoll sein, es kann manchmal auch ein bisschen übergriffig sein.

00:27:39: Ich glaube, umso wichtiger ist es halt oder umso schöner ist es, wenn man diese Öffentlichkeit auch nutzt, dafür ein Profil zu zeigen.

00:27:46: Weil daran orientieren sich auch jüngere Leute natürlich sehr.

00:27:50: Also gerade, auch du hast es eben angesprochen, ihr macht Selfies Social Media.

00:27:54: Du hast da ja mittlerweile auch noch so eine Serie über den, na wie heißt der?

00:27:58: Der im Unterhemd.

00:28:00: Der Uwe.

00:28:01: Ja, klar.

00:28:02: Für die, die es noch nicht gesehen haben, ihr lieben Leute da draußen, geht mal auf den Instagram-Account von Herrn Rota.

00:28:08: Der parodiert da sehr gut den Uwe aus Köln.

00:28:11: Kommt er aus Köln oder ist das so einer aus dem Speckgürtel?

00:28:14: Natürlich kommt er aus Köln.

00:28:18: Und der Uwe erzählt immer so ein bisschen aus seinem Leben eigentlich dadurch, dass er zu irgendeinem Thema was zum Besten gibt.

00:28:23: Und das finde ich eine... Unglaublich liebenswürdige Art und vor allem auch echt ein liebevoller Blick auf diese Kategorie, Culture, Juppes.

00:28:34: Ja, ich gucke damit viel Zärtlichkeit drauf.

00:28:36: Ich mag das auch.

00:28:37: Also ich hänge auch gerne in Kneipen und rede mit anderen Uwe's.

00:28:41: Und für die bin ich ja auch ein kleiner Uwe.

00:28:44: dann.

00:28:44: Ist so.

00:28:46: Ich sehe nur ein bisschen anders aus, aber ich bin ja auch ein Uwe.

00:28:49: Andere Altersgruppe, ja.

00:28:50: Ich empfehle auch immer Reibekuchenstände an irgendwelchen Wochenmärkten.

00:28:54: Da sind Uwe und Uwines, mit denen man sich wahnsinnig gut einfach mal eine Viertelstunde unterhalten kann.

00:29:00: Und ich glaube, das ist auch ein Talent, wieder was ihr mitbringt.

00:29:04: Die sind eben nicht zu sagen so, hier sind wir, das ist unsere Heilschung, sondern eigentlich über dieses Humorthema und über diese Offenheit da auch so eine Brücke bildet.

00:29:16: Wir wollen

00:29:16: ja Teilform Karneval sein.

00:29:17: Ich glaube, das ist vielleicht auch was manchmal dann missverstanden wird.

00:29:21: Wir nehmen uns da gar nicht raus.

00:29:23: Wir wollen Teilform Karneval sein und Teil dieser kölschen Kultur.

00:29:28: Und sind auch froh, irgendwie Teil von zu sein.

00:29:30: Und wir hoffen natürlich auch, dadurch vielleicht noch Türen aufzumachen für noch mehr Leute, die sich vielleicht bis jetzt mit dem Kahnwall noch nicht so viel identifizieren können.

00:29:40: Und ja, ich glaube, da ist auch ein bisschen Bewegung drin gerade, habe ich das Gefühl.

00:29:44: Nicht identifizieren können, weil es zu traditionell ist oder weil es zu sehr irgendeinem Regel folgt?

00:29:50: Oder wie meinst du das?

00:29:51: Kann ich dir so genau noch nicht sagen, aber für viele ist das vielleicht einfach noch sehr fremd.

00:29:55: Wir haben schon gemerkt, dass wir auf unseren Konzerten beispielsweise, also auf den eigenen, viele Leute haben, die mit Karneval gar nicht so viel am Hut haben und irgendwie Bock auf unsere Musik haben und über uns dann vielleicht dann doch mal auf eine Sitzung gehen und da Freude dran empfinden.

00:30:12: Und ich glaube, für viele ist Karneval, die damit vielleicht nicht aufgewachsen sind oder da keinen Bezug zu haben, einfachen, erst mal ganz... ganz befremdliche Sache.

00:30:21: Also es gibt gewisse Regeln, dann gibt es gewisse Kostüme und ich glaube, für manche ist das einfach dann erstmal ein bisschen viel.

00:30:27: Wie funktioniert so eine Sitzung?

00:30:29: Wie komme ich da überhaupt rein?

00:30:31: Wo gehe ich denn hin?

00:30:32: Was ist der Unterschied zum Straßenkarnewall und so?

00:30:34: Ja, ja, das ist schon eine sehr eigene Welt.

00:30:37: Ich fand das immer früher lustig, wenn wir als ich klein war, Besuch hatten von meinen Eltern, so von außerhalb irgendwie alte Studien oder Grundschulfreunde, die dann so bei Karnewall gekommen sind.

00:30:47: wo ich dann immer zugeguckt hab, wie meine Eltern erst mal so ein Intro geben.

00:30:51: Und das erste Intro war halt immer, du musst dir ein Kostüm anziehen, vertrau uns, sonst wirst du dich fühlen wie ein Vollidiot.

00:30:59: Ja, ja,

00:31:00: so.

00:31:00: Und ich glaube, das ist zum Beispiel so was, wenn man über diese Schwelle einmal gegangen ist, dann kommt man auch damit klar.

00:31:08: Mein absolutes Jahreshighlight ist der Petermann-Schunkelball, den wir irgendwann in so einer Nacht- und Nebelaktion mit ein paar Leuten, Jochen Gasser, Daniel Rabe und anderen, die Jack-Cappell-Meister Sascha Ferhai aus dem Boden geknüppelt haben und ihr großen Anteil daran habt, dass es überhaupt dieses Projekt gibt und dass es auch so wahnsinnig geflogen ist.

00:31:30: Da haben wir mitten in Corona eine Sitzung gemacht, die wir ... unter schwierigen Bedingungen auf die Bühne gebracht haben und ihr seid da, ich glaube, sechs oder acht Stunden auf der Bühne gewesen, als Seilkapelle.

00:31:41: Ja, wahrscheinlich wären zwei besser gewesen.

00:31:43: Zwei Seilkapellen?

00:31:44: Zwei

00:31:44: Stunden?

00:31:45: Nee, zwei Stunden, weil da doch der Alkohol geflossen ist und wir, also drei von vier, na ja, sagen wir zwei von vier mich eingeschlossen sind, nicht besonders Alkoholfest und wir so besoffen auf Bühnensein ist einfach eine beschissen Idee, also das ist einfach

00:31:59: ... Nichtsdestotrotz habt ihr aus diesem Reality TV ähnlichen Momentum, was geschaffen, was wirklich eine ganz ungewöhnliche Sache ist und was, glaube ich, auch so nicht gibt.

00:32:12: Ich glaube, es gibt keine andere Band in Köln, außer eben Kürbis Underground bei der Sturmsitzung, die sowas macht.

00:32:20: Könntest du dir vorstellen, dass ihr über so eine Schnapsidee hinaus irgendwann anders auch ein eigenes?

00:32:25: Format in diesen Karneval schleppt, wäre das was für euch?

00:32:28: Ich hoffe, dass meine Bandkollegen sich das hier mal anhören, weil das ist ein Thema, da haben wir schon so viel drüber geredet.

00:32:35: Ich kann Ihnen eine PowerPoint-Präsentation machen mit den Ideen, die wir an Konzepten für den Karneval hatten, mit viel guten und aber auch viel übelst beschissen Ideen dabei.

00:32:45: Das wird passieren.

00:32:46: Hundertprozent.

00:32:47: Das ist nur eine Frage der Zeit, bis wir das machen.

00:32:52: Ich bin sehr gespannt.

00:32:53: Also ich traue euch da echt viel

00:32:54: zu.

00:32:54: Es gab diverse Ideen.

00:32:54: Es gab Ideen, im Schwimmbad eine Sitzung zu machen.

00:32:57: Wir haben mal so Schwimmbad-Konzerte

00:32:59: gespielt.

00:32:59: Wir

00:32:59: haben Schwimmbad-Konzerte gespielt.

00:33:01: Also innen, also wir nennen es Indoor-Schwimmbad.

00:33:05: Wo die Leute auf Badematten gesessen haben oder auf so einen

00:33:08: Flutting-Boards, wo man sich dann draufsetzen kann.

00:33:11: Was wir bei dem Konzept nicht bedacht haben, ist, dass die Luft unglaublich scheiße in nem Schwimmbad ist.

00:33:16: Und die Länge das Konzert ging, dass ich irgendwann meine Texte vergesst und hab schon gesagt, irgendwas stimmt mit meinem Gehirn nicht.

00:33:22: Wie

00:33:22: ist das nur das Chlor?

00:33:23: Es war auch eine weitere konzeptionelle Idee, der Band plant schon mal, die sich gut verkauft hat, aber schwierig in der Umsetzung war.

00:33:32: Und ich glaube, was wir machen, ist wahrscheinlich erst mal eine Kindersitzung.

00:33:37: Und mit Kindersitzung meine ich, dass auch nur Kinder auftreten und wir.

00:33:41: Das wird sehr wild.

00:33:42: Und auch die Texte werden von Kindern geschrieben.

00:33:44: Das ist eine große Idee, die wir haben.

00:33:47: Und Plunge Learned Friends wird's geben, wo man nur Instrumente spielen darf, die man nicht gut kann.

00:33:53: Das ist ... Ja.

00:33:54: Okay, was wäre das in deinem Fall?

00:33:56: Ich kann ja alle Instrumente nicht gut.

00:33:58: Ich könnte theoretisch alle spielen.

00:34:02: Es gibt doch auch dieser Ein-Mann-Orchester, wo du so ein ... Du hast was auf dem Rücken und dann haust du dir immer gegen den Kopf.

00:34:08: Oder so ein fünf Minuten Schlagzeug Solo, obwohl ich kein Schlagzeug kann.

00:34:12: Und dann nehmen wir aber siebzehr Euro Eintritt.

00:34:14: Ja, mindestens.

00:34:15: Das ist ein ja Performance-Art.

00:34:17: Also da musst du dann auch die Rollkragen-Pullover mit den Hornbrillen, so weiter, diese Wörter musst du ansprechen.

00:34:22: Wir

00:34:22: haben noch rüberlegt, ein Kölsch-Ghost-Jazz-Konzept zu machen.

00:34:26: Ja, du und JP Weber.

00:34:28: Ja, JP und ich.

00:34:29: JP, wenn du das hörst, ich würd's tun.

00:34:31: Und ihr soll's nicht weiter.

00:34:33: Dass die Könchen bei uns alle Sachen in Jazz spielen müssen und das Publikum dann da sechs Stunden sitzt und leidet.

00:34:38: Das hatten wir uns auch mal überlegt.

00:34:40: Aber das schieben wir vielleicht beiseite.

00:34:42: Wir hatten zu Hause früher so einen Druck, so einen Kunstdruck.

00:34:46: Da stand drauf Free Me from Free Jazz.

00:34:48: Das ist sowas in der Art.

00:34:50: Ich finde es gut.

00:34:51: Also ich glaube, egal was ihr tut, solange ihr das mit Freude macht, findet ihr euer Publikum.

00:34:57: Das ist, glaube ich, der große Trick.

00:34:59: Das ist ja auch bei den Kinderthemen so, bei den Kinderkonzerten.

00:35:04: Ich wollte das schon mal hinleiten.

00:35:06: Ihr macht ja nicht nur was für Leute über achtzehn, sondern die Bärdehose taugt auch für Menschen vom Grundschulalter bis vor Pubertät.

00:35:15: Würde ich mal sagen, also meine Kinder sind da definitiv ganz vorne mit dabei.

00:35:20: Wie kommt es denn in diese Richtung?

00:35:22: Also

00:35:23: Kindermusik, das wollte du doch sagen.

00:35:24: Ja

00:35:25: klar.

00:35:25: Warum Kindermusik?

00:35:27: Musste das sein?

00:35:29: Es gibt Karnevals-Kinderveranstaltungen, die wir gespielt haben und da gemerkt haben, irgendwie sind wir ganz schön kompatibel für Kinder.

00:35:37: Also das, was sie da eh schon machen, ohne dass wir jetzt groß was verändern müssen.

00:35:40: Stopptanz.

00:35:41: Stopptanz, vielleicht auch meine Art, die Badehosen, Teile der Musik sind echt kinderkompatibel.

00:35:49: Und ich gemerkt habe, mir macht das unglaublich viel Spaß, weil Kinder mich zwingen, meine Moderation zu ändern.

00:35:56: Das ist so unberechenbar, was dein Publikum passiert.

00:35:59: Bei Erwachsen kann ich das inzwischen sehr genau absehen.

00:36:03: Festzelt, so ist die Stimmung.

00:36:05: Ich weiß, wie ich das anmodriere muss.

00:36:06: Sitzung, okay, so und so.

00:36:09: Bei Kinder kannst du das nicht ganz vordenken, was da passiert.

00:36:15: Da musst du reagieren.

00:36:16: Es hat uns so viel Spaß gemacht, dass wir gesagt haben, komm, wir schreiben jetzt auch mal zwei, drei Kinder Songs, weil wir gemerkt haben, Je näher der Text, Kinder sind echter auch Text-Affin, der Text irgendeine Verständnis für diese Kinder hat, irgendeine Situation, irgendwas Lustiges, sind die plötzlich ganz anders da.

00:36:36: Und deswegen haben wir dann Kinder-Songs geschrieben und gemerkt, das macht ultra Bock.

00:36:40: und jetzt spielen wir ultra viele Kinderkonzerte.

00:36:45: Es ist ja auch so, dass die meisten Kinder-Formate, die es in Köln gibt, dann eigentlich so sind wie für Erwachsene nur halt Nachmittags.

00:36:52: Ja.

00:36:53: So, also es ist the same-same.

00:36:55: Gleiches Format, es gibt auch die Erwachsenen, scheppern sich auch ordentlich ein rein.

00:36:59: Es ist eigentlich wie Sitzung, nur dass halt eben noch Minderjährige irgendwie anwenden.

00:37:02: Ja, wir

00:37:02: probieren auch unsere Konzerte so zu konzipieren, dass die Eltern nicht denken, oh, jetzt muss ich zu diesem Kinder-Event, damit mein Kind da Spaß hat, sondern wir probieren da schon auch so zu machen, dass die Erwachsenen, die immer hinten stehen, müssen ...

00:37:17: Grüße gehen raus an alle, die das immer noch nicht verstanden haben.

00:37:21: da auch Spaß bei haben und sich eine gute Zeit machen, dass es nicht nur für die Kinder ist und das funktioniert, glaube ich, ganz gut.

00:37:28: Ja, also für die, die noch nicht da waren, es gibt auch richtig gute Witze über Rückenschmerzen und anderes lohnt sich auch, wenn man älter als zwölf ist.

00:37:35: Alle kriegen da ihr

00:37:36: Pferd weg.

00:37:37: Und es passieren einfach geile Sachen bei Kinderkonzerten.

00:37:40: Viele Kinder reden rein und ich habe die erste Chance, das habe ich so ignoriert, weil ich so dachte, ich weiß gar nicht, wie ich damit umgehen soll, ich war so überfordert.

00:37:47: Und inzwischen gehe ich da gerne darauf ein, weil da kommen supergeile Sachen raus.

00:37:50: Ein Typ letztens, ähm, der war so versordert, acht, neun oder so, äh, der wollte mir während des Konzerts etwas sagen.

00:37:59: Und da hab ich gemerkt, das ist was ganz Dringendes, ne?

00:38:02: Er stoppt mal ganz kurz.

00:38:03: Da hab ich gesagt, ja, du willst mir die ganze Zeit was sagen, ne?

00:38:06: Der hat mir so die ganze Zeit mein Fuß festgehalten, an meinen Beinahen gezupft und so.

00:38:09: Es scheint was Wichtiges zu sein.

00:38:11: Und dann meinte er nur, äh, ich wollte Ihnen sagen, Ihre Musik ist cringe, aber sie singen brutal.

00:38:19: Und er dachte, okay.

00:38:20: Was?

00:38:22: Ja, alles Kompliment.

00:38:24: Okay, danke.

00:38:25: Weiter geht's.

00:38:26: Und da passieren einfach super lustige Dinge.

00:38:27: Ich mach das sehr, sehr gerne.

00:38:29: Ja, ich verstehe das.

00:38:31: Ich finde ehrlicherweise halt eure Texte auch da wieder wahnsinnig gut.

00:38:35: Ich sehe auch, wie die Kinder darauf reagieren.

00:38:37: Irgendwie, da seid ihr ja auch eher im Hochdeutschen unterwegs.

00:38:42: Aber auch völlig vertrittbar.

00:38:44: Gibt's ja auch wieder Leute, die sagen, warum, die das jetzt auf Hochdeutsch und

00:38:47: so.

00:38:47: Die Antwort ist ganz einfach, damit die Kinder das verstehen.

00:38:50: Äh, ja.

00:38:51: Ja.

00:38:52: Also beim ersten Hören schon verstehen.

00:38:54: Wir spielen auch kölzische Musik bei Kinderkonzerten, weil wir auch die Kultur weitergeben wollen.

00:38:59: Aber ich find's auch wichtig, einfach mal was zu machen, was Kinder direkt verstehen können.

00:39:02: Ja.

00:39:03: Ich glaube, man vergisst das auch, dass in vielen Familien einfach nicht mehr kölzgesprochen wird.

00:39:08: Ja, in den

00:39:08: wenigsten, oder?

00:39:09: Ja.

00:39:10: kein Privat, glaube ich, gar keine, wo das gemacht wird.

00:39:12: Ja, bei uns war das halt so, da musste man auch Hochdeutsch lernen, weil meine Eltern haben immer gesagt, wenn du nicht Hochdeutsch reden kannst, dann denken die Leute direkt, du bist dumm, das ist nicht gut, das war ja auch früher oft so.

00:39:22: Und ich spreche zu Hause auch mit den Kindern, ich kölsch bei uns kommt das total viel über Musik.

00:39:26: Gibt es denn in dem Kinderbereich auch noch irgendwas, was eben gesagt, Kindersitzung wäre cool, aber so mit deinen Freunden auf Tour gehen, irgendwie sowas in der Art?

00:39:37: Habt ihr da Bock drauf?

00:39:38: Gibt's irgendwas, was ihr da nicht ausprobieren würdet?

00:39:40: Nee, da sind wir eigentlich ziemlich experimentierfreudig.

00:39:43: Was so jetzt der nächste Step ist, das haben wir jetzt im Sommer gemacht.

00:39:46: Und es wird auch nächsten Sommer so weitergehen, dass wir viel auf Kinderfestwilze unterwegs sind.

00:39:52: Und uns da nicht mehr nur auf Köln quasi fokussieren.

00:39:56: Weil wir gemerkt haben, das funktioniert überall eigentlich.

00:39:58: Also, ähm,

00:40:00: genau.

00:40:00: Kinder haben überall Bock auf Musik?

00:40:02: Ja.

00:40:02: Und auch, dass die... Es gibt in den letzten Jahren einen... mehr Bewegung in der Kindermusik, da gibt es tatsächlich auch ein paar ganz coole Bands, Herr Visaurus, du hast selbst gesagt deine Freunde, Bummelkasten, machen coole Sachen, aber da ist schon noch Platz irgendwie für Musik, wo auch Eltern die Musik gerne hören und nicht denken, jetzt muss ich wieder... Fucking Planchemalle hören, sondern dass da auch viele dann Spaß dran haben.

00:40:24: Total, also die... Vom paar Jahren ging das hier los mit diesen Untermal-Bed-Compilations, wo auch tolle Sachen sind, auch von Leuten wie Gisbert zu Knüpphausen, die man jetzt nicht unbedingt sortieren würde in die Kindermusikabteilung, mit dem tollen Lied immer, muss sich alles sollen.

00:40:40: Und ich glaube, das wäre vielleicht auch noch mal für euch so ein Live-Goal in die Richtung, in die man gehen konnte.

00:40:46: Der Podcast heißt ja, bis der Nubbel brinnend.

00:40:48: Wir hatten uns überlegt, dass wir irgendwie auch immer so eine Art Nubbel-Frage stellen.

00:40:53: Beim Nubbel geht es ja auch so ein bisschen, dass man sich irgendwie verabschiedet von Dingen, die vielleicht nicht so gut gelaufen sind.

00:40:57: Das ist die katholische Komponente, die da im Karneval durchschlägt, den Sünden, den man bereut.

00:41:02: Ja, verbrennen, weg ist es, weiter geht's.

00:41:05: Schwamm drüber.

00:41:05: Ja, fünf Awe Maria, Nubbel verbrennen, hier wird es.

00:41:08: Ein viel Sprültje.

00:41:09: Ja,

00:41:09: ein viel Sprültje.

00:41:11: Gibt es irgendwas, wo du sagen würdest, das würdest du dir wünschen für den Karneval, dass er das weglässt?

00:41:16: dass er sich davon verabschiedet mit einem Pischbrötchen und einem Ave Maria.

00:41:21: Kann aber wirklich.

00:41:24: Oder was?

00:41:24: Er hat das Gegenteil.

00:41:25: Er hat was dazu.

00:41:28: Ich hoffe, dass da Bands nachkommen, die noch mal neue Aspekte dazu bringen und mich wie ein altem Mann aussehen lassen.

00:41:36: Da würde ich mich darüber freuen, was was ich nicht verstehe und so denke, das ist ja nicht mehr mein

00:41:42: Goal.

00:41:43: Das würde mir gut gefallen.

00:41:45: Sehr gut.

00:41:45: Ich glaube, das ist ein gutes Schlusswort, Jury.

00:41:47: Bevor wir jetzt noch achtzehn Runden um den Blog drehen, an dieser Stelle vielen, vielen, vielen, vielen Dank, dass du da warst heute.

00:41:53: Gerne.

00:41:54: Vielen Dank an euch alle da draußen fürs Zuschauen, fürs Zuhören natürlich vor allem.

00:41:58: Das war eine neue Folge von Bisternobelbrent.

00:42:01: Vielen Dank, bis bald.

00:42:06: Bisternobelbrent ist eine Produktion von Good Will Run und der Streaming Factory.

00:42:11: Bisternobelbrent, Bisternobelbrent.

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